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2. Abteilung Mycophyta (Pilze)

Dieses System der Pflanzen nach Strassburger (1971) zeigt schön wo die Pilze im Pflanzenreich eigentlich stehen würden. Wie aber allgemein bekannt ist, sind Pilze weder den Pflanzen noch den Tieren zu zuordnen und bilden so ein Reich für sich.

Das Reich der Pilze

Wer sich zum ersten Mal mit Pilzen befasst, ist fasziniert von der Vielfalt im Reich der Pilze, aber auch ihr verborgenes Dasein, ihre Lebensweise sowie Vermehrung geben uns viele Fragen auf. Weit mehr als 200'000 niedere und höhere Pilzarten sind heute auf der ganzen Welt bekannt.

Das was wir auf dem Erdboden oder auf Holzstrünken als Pilze wahrnehmen sind nur die Fruchtkörper. Der weitaus grössere Teil der Pilze befindet sich im Boden oder im Holz, als eine Unzahl von Pilzfäden, sogenannte Hyphen. Das gesamte Hyphengewebe, welches meist undifferenziert im besiedelten Substrat vegetiert, nennt man Myzel.

Die Fruchtkörper der Pilze dienen der Vermehrung. Auf unterschiedliche Art und Weise bilden diese Fruchtkörper Sporen. Diese Sporen sind sehr klein. Trifft eine Spore auf günstige Lebensbedingungen beginnt sich ein neuer Pilz zu entwickeln.

Pilze haben kein Chlorophyll wie andere Pflanzen und können sich daher die Nährstoffe (Kohlenhydrate) nicht selber aus Sonnenlicht herstellen. Pilze brauchen darum Nährstoffe von toter oder lebendiger Materie.

Unterschiede zwischen Pilzen und Pflanzen

Pilze
Pflanzen
Verbreitung durch Sporen Verbreitung durch Samen
Kein Chlorophyll, daher keine Photosynthese möglich Chlorophyll vorhanden, daher Photosynthese möglich
Heterotrophe Ernährung Autotrophe Ernährung
Hyphenwände meist aus Chitin Zellwände aus Zellulose
Pilzeiweiss steht chemisch dem Tiereiweiss nahe, z.B. bei Fäulniss geruchlich feststellbar. Pflanzeneiweiss anders aufgebaut.
Pilzfarbstoff chemisch noch viele unbekannt. Pflanzenfarbstoffe, sind meist Chlorophyll-Abkömmlinge, chemisch gut erforscht.
Pilzgifte deren Erforschung steht erst am Anfang, medizinisch noch nicht verwendbar. Pilzatropin wirkt z.B. beim Menschen ganz ähnlich wie das Alkaloid der Tollkirsche, doch chemisch nicht identisch. Pflanzengifte chemisch weitgehend bekannt, ja sogar chemisch-synthetisch zum Teil herstelbar (Digitalisalkaioide). Grosser medizinischer Verwendungsbereich.

Geschlechtliche Fortpflanzung: Nach Kopulation von zwei verschiedenen Mycelien (+ und - Mycel ) nur Plasmogamie doch keine Karyogamie. Dikariophase: Zygotenbildung erst im Proascus oder in der Probasidie, unmittelbar gefolgt von der Meiose.

Geschlechtliche Fortpflanzung: Nach Verschmelzung zweier verschiedenen geschlechtlicher Zellen sofort Zygotenbildung, Plasmogamie und Karyogamie synchron.
Pilze bestehen aus einem wirren Fadengeflecht ohne Wandverbindungen, z.B. analog wie eine Schnur in einem wirren Knäuel, dem Scheingewebe oder Plectenchym. Sind die Pilzzellen eher rundlich, dazu noch ziemlich gedrängt, können sie ein Parenchym vortäuschen. Man spricht dann von Schein- oder Pseudoparenchym. Pflanzenaufbau besteht aus echtem Zellgewebe, dem sogenannten Parenchym, das heisst die einzelnen Zellwände sind durch eine aus Pectinstoffen bestehende Mittellamelle fest miteinander verbunden.