1. Klasse: Myxomycetes (Schleimpilze)
Sie tragen wohl den Namen „Pilze“, werden aber heute nicht uneingeschränkt zu den Pilzen gezählt.
Ausserdem gibt es Zoologen, die diese als zum Tierreich gehörend ansehen und sie Mycetozoa (Pilztierchen) nennen.
Das hat tatsächlich vieles für sich, wenn wir als Kriterium des Tierischen die heterotrophe Ernährung (Aufnahme von organischen Stoffen,
bei Schleimpilzen handelt es sich um Kleinstbakterien) und die Fähigkeit zur aktiven Bewegung berücksichtigen, was letzteres bei den Schleimpilzen in einem Teil ihres Lebens tatsächlich der Fall ist.
Aus der Spore keimt nämlich kein Pilzschlauch (Hyphe), sondern eine Schwärmspore, eine nackte,
durch anhängende Geisseln beweglich Zelle, die deshalb Zoospore (Tierspore) genannt wird.
Später wirft die Schwärmspore die Geisseln ab und bildet die immer noch nackte Schwärmzelle,
die im Grunde einer Amoebe (Urtierchen) ähnelt und sich auch amoeboid, lappig fliessend-kriechend fortbewegt.
Viele solcher Schwärmzellen vereinigen sich schliesslich zu einem immer noch nackten,
schleimigen und vielkernigen Plasmaklumpen, dem sogenannte Plasmodium.
Dieses kann immer noch „herumkriechen“ z.B. auf ein Rindenstückchen oder an einem Halm empor.
Doch nun kommt es langsam zur „pflanzlichen Phase“.
Das Plasma (Zellsubstanz) teilt sich und bildet mit den abertausend Zellkernen die Sporen.
Aus dem Plasmodium ist also ein Sporangium (Sporensack, Sporenbehälter) geworden, das bei der Reife,
also beim Abschluss der Entwicklung platzt und die vielen Sporen als staubartiges Wölckchen entlässt.
Aus Schleim ist also Staub geworden.
In ganz alten Pilzbüchern finden sich daher diese Pilzchen oft bei den Stäublingen klassiert.
Bei den Schleimpilzen handelt es sich um Fäulnisbewohner, die nur exobiontisch leben (nur aussen auf anderen Zellen, nie in deren Inneres eindringen).
Beispiele sind die Gelbe Lohblüte (Fuligo septica) und der Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum).