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4. Abteilung: Lichenes (Flechten)

Bei diesen verbindet sich eine Pilzart mit einer Algenart zu einer neuen formlichen (morphologischen) Einheit. Es handelt sich dabei um ein für beide Teile erspriessliches Zusammenleben (Symbiose), dessen Mechanismus noch nicht restlos geklärt ist. Die Flechten haben sich ursprünglich aus einem Pilz entwickelt. Beim Pilzpartner handelt es sich meistens um einen Schlauchpilz (Schlauchpilzflechten = Ascolichenes), sehr selten um einen Ständerpilz (Ständerpilzflechten = Basidiolichenes), beim Algenpartner meist um Blau- oder Spaltalgen oder Grünalgen.

Flechten sind Pionierpflanzen, sie gelangen bis zu den Polen und bis in die Eisregion des Hochgebirges. Sie bereiten für Moose und höhere Pflanzen den Boden vor. Sie ermöglichen überhaupt erst das Tierleben in diesen arktischen und hochalpinen Regionen, da sie Tieren zur Ernährung dienen. Aber auch bei uns gibt es Flechten, wie zum Beispiel die Gewöhnliche Gelbflechte (Xanthora parietina) oder die Becherflechte (Cladonia fimbrata).